Flugrouten & Abweichen von den Flugrouten – Frankfurter Modell

“Frankfurter Modell”: Verkehrsaufkommen-angepasste Freigabehöhe zum Verlassen der vorgeschriebenen Flugrouten auch in Schönefeld BER / BBI

Am Flughafen Frankfurt/Main wird die Freigabehöhe, ab der Piloten mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung die vorgeschriebene Startroute verlassen können, um ihr Flugziel direkt anzusteuern, dem Verkehrsaufkommen angepasst (“Frankfurter Modell”).

Die Bürgerinitiative Berlin Südwest gegen Fluglärm (vormals: Bürgerinitiative Lichterfelde gegen Fluglärm) setzt sich dafür ein, das Frankfurter Modell gegebenenfalls nach entsprechender Anpassung auf den Flugbetrieb von BER / BBI zu übertragen.

Frankfurter Modell: Freigabehöhen für Düsenflugzeuge angepasst an Verkehrsaufkommen

Am Flughafen Frankfurt / Main wird die Freigabehöhe, ab der Piloten mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung die vorgeschriebene Startroute verlassen können, um ihr Flugziel direkt anzusteuern, dem Verkehrsaufkommen angepasst (“Frankfurter Modell”).

In Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen (7-22 Uhr) beträgt die Freigabehöhe 6000 Fuß (ca. 1830 m), in der frühen Morgenstunde (6-7 Uhr) und späten Abendstunde (22-23 Uhr) 8000 Fuß (ca. 2440 m) und nachts (23-6 Uhr) 10000 Fuß (ca. 3050 m). Hierdurch wird die Kapazität des Flughafens nicht eingeschränkt, andererseits wird dem besonderen Schutzbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger vor Fluglärm  in den Tagesrandzeiten und während der Nacht Rechnung getragen. Laut Aussage der Deutschen Flugsicherung (DFS) gilt das Frankfurter Modell an allen Tagen für alle Abflugrouten des Flughafens Frankfurt/Main.

Die Bürgerinitiative Berlin Südwest gegen Fluglärm (vormals: Bürgerinitiative Lichterfelde gegen Fluglärm) setzt sich dafür ein, das Frankfurter Modell gegebenenfalls nach entsprechender Anpassung auf den Flugbetrieb von BER / BBI zu übertragen.

In seiner Rede im Berliner Abgeordnetenhaus am 1.9.2011 hat der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Herr Christian Gaebler, gefordert, dass nach Festlegung der Flugrouten über die Freigabehöhen einschließlich des Frankfurter Modells diskutiert werden müsse.

Weitere Infos zu Freigabehöhen:

  • die minimale gesetzliche Freigabehöhe beträgt in Deutschland 2000 Fuß (Sommer) und 2200 Fuß (Winter)
  • durch Selbstbeschränkung hat die DFS in Deutschland die minimale Freigabehöhe auf 3000 Fuß (Propellerflugzeuge ) bzw. 5000 Fuß (Düsenflugzeuge) festgesetzt
  • Unterschreitungen der Freigabehöhe ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich (Umfliegen von Gewitterzellen)
  • Änderungen (Heraufsetzen) der Freigabehöhe kann von der Fluglärmkommission des jeweiligen Flughafens empfohlen werden
  • die Freigabehöhen der DFS stellen für den Fluglotsen ein Hilfsmittel zur sicheren, geordneten und flüssigen Abwicklung des Verkehrs dar, sie werden nicht in der Durchführungsverordnung – also gesetzlich- festgelegt