Deutsche Flugsicherung (DFS) & Flugrouten

Deutsche Flugsicherung GmbH

  • bundeseigenes, privat-rechtlich organisiertes Unternehmen
  • Aufsichtsratsvorsitzender: Prof. Dr. Klaus-Dieter Scheuerle, Staatssekretär, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
  • kontrolliert 3 Mio Flugbewegungen/Jahr
  • arbeitet nach dem Prinzip der Vollkostendeckung, d.h. muss alle Ausgaben, Investitionen durch Gebühren für ihre Dienstleistungen decken
  • bei Überschüssen: Senkung der Gebühren
  • Umsatz 900 Mio€/Jahr (2007), 5200 Mitarbeiter
  • Gebühren für Flugüberwachung beim Start, in der Strecke, bei Landeanflug
  • wird gemessen an Vermeidung von flugsicherungsbedingten Verspätungen (DFS: 96,3% aller Flüge ohne flugsicherungsbedingte Verspätungen, „Deutschland hat die pünktlichste und sicherste Flugsicherung in Europa“)

Planung und Festlegung von Flugrouten

Gesetzlicher Auftrag der DFS (§ 27c Luftverkehrsgesetz (LuftVG)):

  • DFS muss Luftverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln
  • DFS hat auf den Schutz der Bevölkerung vor unzumutbarem Fluglärm hinzuwirken (§ 29b Abs. 2 LuftVG)

DFS plant nach folgenden Kriterien/Randbedingungen

  • Sicherheit hat oberste Priorität
  • Konformität mit nationalen und internationalen Vorgaben und Richtlinien (z.B. ICAO)
  • vorhandene Luftstraßen / Harmonisierung mit Anflugrouten
  • Fliegbarkeit/ Flugphysikalische Eigenschaften
  • Beachtung von Flugbeschränkungsgebieten
  • Arbeitsbelastung der Fluglotsen
  • Umweltkriterien (Fluglärm, Kohlendioxid-Ausstoß)
  • Anforderungen/ Kapazitäten des Flughafens (Flughafenlayout, unabhängiger Parallelbahnbetrieb), Verkehrsprognosen (Anzahl der Flugbewegungen; Art der eingesetzten Flugzeugmuster, Verkehrsströme, zeitliche Verteilung)
  • Wirtschaftlichkeit (Bahnkapazität, Vermeidung unnötiger Rollwege und ungünstiger Standardabflugstrecken) u.a.

Bewertung von Flugrouten

Einsatz von NIROS (2008):

  • NIROS = Noise Impact Reduction and Optimization System
  • NIROS ist ein Programmpaket basierend auf einem physikalischen Modell zur Berechnung der Lärmbelastung der Bevölkerung durch eine Flugtrajektorie
  • NIROS erlaubt einen quantitativen Vergleich der Lärmbelastungen, die mit verschiedenen Flugtrajektorien verbunden sind. Die verschiedenen Flugtrajektorien führen von demselben Startpunkt zu demselben Endpunkt (Ausflugspunkt)
  • NIROS führt keine flächenhafte Suche nach „leisester“ Abflugroute durch
  • es werden zunächst Flugrouten nach anderen Kriterien festgelegt, z.B.
    Wahl eines geeigneten Ausflugpunktes, Sicherheit des Verkehrskonzeptes, Fliegbarkeit der Abflugroute, Konformität mit ICAO Regeln,
    Wirtschaftlichkeit (DFS, Flughafen, Airlines)
  • eine einmal festgelegte Abflugroute wird nachträglich mithilfe von NIROS hinsichtlich des Lärms bewertet, Ergebnisse sind   “Bevölkerungsstatistik“, d.h. Histogramm der Anzahl belasteter Einwohner als Funktion des energieäquivalenten Dauerschallpegels   „Güte einer Flugroute“: Summe eines mit der Bevölkerungsdichte gewichteten Lärmindex  (bezeichnet als „Bewertung der Flächenbelastung durch Lärm“ BFL)
    über die gesamte betrachtete Fläche um den Flughafen (typ. 80km x 80km); hierbei wird aus dem für jedes Flächen-element (Immissionsort) berechneten Dauerschallpegel die Lautheit („Sone-Verfahren“) errechnet und mit der Bevölkerungsdichte multipliziert (gewichtet). Es werden nur solche Flächenelemente berücksichtigt, deren energieäquivalenter Dauerschallpegel gleich oder größer als ein Schwellenwert (z.B. 35dB(A)) ist; das Ergebnis der Summation wird auf die gesamte Einwohnerzahl im betrachteten Gebiet um den Flughafen normiert;
  • Optimierung: eine einmal ausgewählte Flugroute wird optimiert, indem eine begrenzte Zahl von Varianten der ausgewählten Flugroute mit NIROS hinsichtlich des Lärms bewertet werden und die Variante mit der niedrigsten Güte (d.h. geringsten Lärmbelastung) ausgewählt wird
  • NIROS wird derzeit nur für die Bewertung von Abflugrouten eingesetzt, der Einsatz für Anflugrouten ist noch für 2011 geplant.

Rechenschritte für NIROS – Formeln für NIROS [20.1 KB]

BBI Flugrouten: gesetzliches Procedere

  • DFS plant Flugrouten (Luftraummodelle und Verfahrensmodelle) seit 12/2007 – 4/2010
  • Vorstellung der An- und Abflugrouten, 6.9.2010 in der Fluglärmkommission
  • Vorschläge für neue Abflugrouten seitens der Fluglärmkommission
  • Prüfung von Vorschlägen und weitere Entwicklung von Flugrouten bis Mai/Juni 2011
  • Bundesamt für Flugsicherheit  (BAF, nachgeordnete Behörde des Bundesverkehrsministeriums) prüft die korrekte Abwägung der verschiedenen Kriterien im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Umwelt und Bundesministerium für Justiz
  • Inkraftsetzen der Routen durch Rechtsverordnung seitens des BAF (Frühjahr 2012)
  • geplante Eröffnung von BBI am 3.6.2012

Berliner Flughafengesellschaft (FBS GmbH)

  • Beteiligung:  Berlin (37%), Brandenburg (37%), Bund (26%)
  • Aufsichtsrat (u.a.):  Klaus Wowereit (Vorsitzender), Matthias Platzeck, Rainer Bomba (Bundesverkehrsministerium)
  • Geschäftsführer: Prof. Dr. R. Schwarz/Dr. M. Körtgen
  • möglichst viele Flugbewegungen (Starts/Landungen), 360000 Flugbewegungen/Jahr planfestgestellt
  • Gutachten des Airport Research Centers: Die bereits von Fluggesellschaften beantragten Starts/Landungen (Slots, 48-50 pro Stunde) sind mit einem abhängigen Betrieb beider Bahnen nicht zu schaffen (ca. 45 Flugbewegungen/Stunde (mixed mode, d.h. Start und Landungen), 40 Flugbewegungen (single mode, d.h. entweder nur Starts oder nur Landungen); bei unabhängigen Parallelbetrieb verdoppeln sich die Werte
  • unabhängiger Parallelbetrieb der beiden Start/Landebahnen während Spitzenzeiten (8-9 Uhr, 20-21 Uhr, später 12-14 Uhr), gleichzeitige Starts von beiden Landbahnen erfordern ein Abdrehen nach Start um insgesamt mindestens 15°
  • FBS fordert von DFS „intelligente Lösungen“ für die Flugrouten
  • Ausbau zum internationalen Luftdrehkreuz einschließlich Flugverkehr in Tagesrandzeiten
  • durchschnittlich 290 Landungen/Tag/Bahn

Geschäftsbericht Berliner Flughafengesellschaft 2010

Geschäftsbericht 2010, Berliner Flughafengesellschaft [4.2 MB]

BBI Wahlprüfsteine Juni 2011

Wahlprüfsteine BBI [66.3 KB]

Antworten Wahlprüfsteine BBI [21.2 KB]

Vergleich Antworten zu BBI [17.6 KB]

DFS Erklärung Pressekonferenz 4.7.2011

Sprechzettel DFS, Pressekonferenz 04.07.2011 [255.3 KB]