BER / BBI – Gutachten zur Zukunft des Flughafens Berlin Brandenburg

An keinem Großflughafen – selbst am Flughafen Frankfurt/Main FRA – ist die Besiedlung so dicht wie an den Start- und Landebahnen von BER / BBI in Schönefeld. Rund 1,5 Millionen Bürger in Berlin und Brandenburg werden von Fluglärm durch BER / BBI betroffen sein.

Ein von der CDU in Brandenburg in Auftrag gegebenes Gutachten zur Zukunft des Flughafens Berlin Brandenburg International BER / BBI (Gutachten der fdc Airport Consulting, Dipl.-Ing. Faulenbach) kommt zu dem folgenden Ergebnis:

  • Der Flughafen BER / BBI in Schönefeld ist bereits bei Eröffnung zu klein.
  • Slot-Nachfragen, die am Tag nicht bedient werden können, müssen in die Nacht verlagert werden: Hierdurch wird durch BER / BBI zusätzlicher unnötiger Flugverkehr und Fluglärm in der Nacht erzeugt.
  • Im Passagierterminal von BER / BBI entstehen Engpässe beim Check-in, der Sicherheits- und Passkontrolle und bei der Gepäckausgabe.
  • Der Flughafen BER / BBI wird aufgrund von fehlenden Kapazitäten bei der Passagierabfertigung, der Gepäckabfertigung und -verladung, den Flugbewegungen (Slots) sowie wegen fehlender Parkpositionen auf den Flugbetriebsflächen ein verspätungsanfälliger Flughafen sein.
  • Flugbetriebliche Verspätungen am Flughafen BER / BBI, die während des Tages nicht abgebaut werden können, werden in die Nacht verlagert; hierdurch wird unnötiger nächtlicher Fluglärm erzeugt.
  • Der Flughafen BER / BBI ist nicht geeignet, das bestehende originäre Passagieraufkommen aus Berlin und Brandenburg abzuwickeln. Damit ist der neue Hauptstadt-Flughafen in Schönefeld noch weniger geeignet, sich zu einem Drehkreuz für Transferpassagiere zu entwickeln.
  • Im modernsten Terminal Europas BER / BBI werden schlechtere Servicestandards als in Tegel TXL angeboten; eine ordnungsgemäße Passagierabfertigung ist nicht möglich.
  • Der Flughafen BER / BBI wird im deutschen und europäischen Luftverkehrssystem nach der Inbetriebnahme zu den unpünktlichsten Flughäfen in Deutschland gehören.
  • Um das erwartete Passagieraufkommen von 27 Mio. Passagieren (ein realistisches Szenario bei ca. 24 Mio. Passagieren von Tegel TXL und Schönefeld SXF im Jahr 2011) bewältigen zu können, wird es erforderlich sein, neben dem neuen Flughafen BER / BBI zusätzlich den alten Flughafen Schönefeld SXF zu betreiben.
  • Die jährlichen Verluste von BER / BBI werden auf ca. 190 Mio. EUR geschätzt und sind von den Eigentümern, den Ländern Berlin, Brandenburg und dem Bund, – also dem Steuerzahler – zu tragen. Die bisher aufgelaufenen Schulden der Berliner Flughafengesellschaft sind in den Hochrechnungen zu den erwarteten Verlusten von BER / BBI nicht berücksichtigt.

In dem Gutachten zu BER / BBI wird empfohlen, sofort mit der Suche nach einem alternativen und zukunftsfähigen Standort für einen Berliner Flughafen und dessen Planung zu beginnen.

Gutachten zur Zukunft des Berliner Flughafens BER / BBI in Schönefeld, fdc Airport Consulting 21.11.2012