BBI / BER Flugroutenkarte – Keine Einhaltung der Flugrouten

Flughafen Schönefeld BER – Abweichen von festgelegten Flugrouten führt zu erheblichem Fluglärm in Lichterfelde, Lankwitz und Zehlendorf sowie anderen Berliner Bezirken

06.04.2012 – Die für Schönefeld BER vorgesehenen REGELMÄßIGEN Einzelfreigaben erlauben Flugzeugen ab einer Flughöhe von 1.524 m ein Abweichen von den festgelegten Flugrouten.

Fluglärm in Berlin-Lankwitz durch Schönefeld BBI / BERDamit werden die Ortsteile Lichterfelde, Lankwitz und Zehlendorf bei Westwind täglich von etwa 74 Maschinen überflogen, s. Flugroutenkarte von BBI / BER.

Auch andere Berliner Bezirke sind betroffen.

Das Umweltbundesamt bemängelt, dass in der für Schönefeld BER zu erwartenden Praxis Gebiete überflogen werden, in denen kein Luftverkehr erwartet wird.

Die umstrittenen Flugrouten des neuen Großflughafens Schönefeld BER stehen fest. Aber müssen sie auch eingehalten werden?

Die geltenden Betriebsvorschriften der Deutschen Flugsicherung (DFS) sehen vor, dass von den Flugrouten abweichende Einzelfreigaben für Strahlflugzeuge regelmäßig ab einer Flughöhe von 5.000 Fuß (= 1.524 m) erteilt werden können (BAFVD Abschnitt 451.33). Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat am 26.01.2012 nicht nur die von der DFS vorgeschlagenen Flugrouten, sondern auch diese Regelung verabschiedet (BAF vom 26.01.2012: Festlegung von Flugverfahren für den Verkehrsflughafen Berlin Brandenburg – BER).

Die Bürgerinitiative Berlin Südwest gegen Fluglärm hat die Auswirkungen der für Schönefeld BER vorgesehenen regelmäßigen Einzelfreigaben untersucht und die Ergebnisse in der nachstehenden Flugroutenkarte von BBI / BER festgehalten:

Flughafen Berlin Brandenburg International BER / BBI - Karte Flugrouten
Flugrouten-Karte Flughafen BBI / BER in Berlin-Schönefeld – Abflugrouten, Flugaufkommen & Flugerwartungsgebiete

Schönefeld BER – Flugrouten & Flugerwartungsgebiet bei Westwind

Die NOOST-Route von Schönefeld BER, die ein Überfliegen von Berlin über Wannsee vorsieht, wird von den wenigsten Piloten eingehalten werden.

Bei Westwind werden täglich ca. 83 Maschinen von der Nordbahn des neuen Großflughafens Schönefeld BER mit Zielen im Norden, Nordosten oder Osten starten. Ab einer Flughöhe von 1.524 m kann eine Flugfreigabe für das Stadtgebiet Berlin erfolgen.

Wegen der vorgesehenen regelmäßigen Einzelfreigaben werden von diesen 83 Maschinen täglich 62 Strahlflugzeuge und 12 Propellerflugzeuge in der Zeit von 5.00 bis 24.00 Uhr die Ortsteile Lichterfelde, Lankwitz und Zehlendorf sowie die angrenzenden Brandenburger Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf überfliegen. Nur ca. 9 Propellerflugzeuge werden tatsächlich die NOOST-Route über Wannsee einhalten.

Westwind herrscht an ca. 240 Tagen im Jahr.

Schönefeld BER – Flugrouten & Flugerwartungsgebiet bei Ostwind

Auch bei Ostwind können Piloten, die von der Nordbahn des Flughafens Schönefeld BER Richtung Müggelsee starten, jedoch nach Westen oder Südwesten wollen, ab einer Höhe von 1.524 m in das Stadtgebiet eindrehen.

Durch das Abweichen von den für Schönefeld BER festgelegten Flugrouten werden bei Ostwind ca. 129 Flugzeuge das Stadtgebiet von Berlin überfliegen.

Dabei wird insbesondere Treptow-Köpenick mit Fluglärm belastet. Diese Flugzeuge werden auch Neukölln, Teile von Tempelhof-Schöneberg, Lichtenrade und schließlich Steglitz-Zehlendorf – wenn auch in größerer Höhe – überfliegen.

Ostwind herrscht an ca. 120 Tagen im Jahr.

Umweltbundesamt (UBA) zur Nicht-Einhaltung der Flugrouten am Flughafen BBI / BER

Das Umweltbundesamt (UBA) hat in seiner “lärmfachlichen Bewertung” (Lärmgutachten) hinsichtlich der vorgesehenen Einzelfreigaben bemängelt, dass in der Praxis Gebiete überflogen werden, in denen kein Luftverkehr erwartet wird, und dass die Fluglärmbelastung dieser Gebiete vom UBA lärmfachlich nicht geprüft werden konnte.

Fluglärm in Lichterfelde durch Schönefeld BBI / BERDas Umweltbundesamt (UBA) hält die für den Flughafen Schönefeld BER zu erwartende Praxis, für bestimmte Flugrouten regelmäßig Einzelfreigaben zu erteilen und auf diese Weise faktische zusätzliche Flugrouten zu schaffen, für nicht vereinbar mit den geltenden Rechtsvorschriften, vgl. UBA-Lärmgutachten, S. 93, 94.

Zu demselben Ergebnis kommt ein vom UBA in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten von Prof. Dr. E. Pache.

Fluglärm droht nicht nur durch ein Abweichen von den Flugrouten, sondern auch durch eine drastische Erhöhung des Flugaufkommens.